Wenn Menschen mich fragen, was ich in meinem Leben bisher gemacht habe in Bezug auf meine Arbeit, gerate ich jedes Mal ins Stocken. Nicht, weil ich mich in meinem Leben nicht auskennen würde, sondern weil ich überlege, wie ich möglichst sinnvoll alles ineinander webe. Denn zugegeben, mein Werdegang ist etwas unkonventionell. In der Schule war ich kein Überflieger, aber ich wusste, immerhin schon: ich will studieren. Also habe ich zumindest zu den wichtigen Prüfungen mich gezwungen, die mir bestmögliche Leistung zu erbringen und siehe da, es funktionierte. Da ich den „zweiten Bildungsweg“ genommen habe – also erst Realschule und dann Gymnasium – musste ich für mich einen Weg finden, wie ich zu meinem Ziel komme. Sprachen lagen mir damals nicht wirklich. Englisch ging zwar, aber Latein? Nee, das war nicht meins. Damit viel das Gymnasium in meiner Heimatstadt als Möglichkeit weg. Eine Stadt weiter erschien aber ein weiterer Weg am Horizont…

Wirtschaft

Willkommen in der Wirtschaft!

Die Berufsbildenden Schulen in Northeim gaben mir die Chance, mein Abitur im Bereich Wirtschaft abzulegen. Gut, dachte ich, mit Wirtschaft kann man immer etwas anfangen. Und das stimmt! Vieles, was ich damals gelernt habe, ist mir in meiner Laufbahn als Assistentin später wieder begegnet und ich war mehr als dankbar, dass ich damals diesen Weg gegangen bin. Denn egal in welche Richtung es einen im Beruf treibt: Es geht immer ums Geld! Meine Leistungen in BWL waren zwar wie zuvor auch nicht die herausragendsten, aber mit den Jahren haben sich einige solide Grundkenntnisse in mein Denken eingebrannt, die mir noch heute gute Dienste leisten. Trotzdem habe ich mich an der Uni für ein anderes Studienfach entschieden.

Ethnologie

Aus der Wirtschaft in die Ethologie

Meine Entscheidung für die Ethnologie hat ihren Ausgangspunkt in der Aussage einer damaligen Dozentin in der Orientierungsphase. Es war in einem der kleineren Hörsäle, in dem sich die Ethnologie vorstellte. Ich hatte mich besonders während der Prüfungsphase mit der Wirtschaft auseinandergelebt, nun suchte ich etwas, was ich mit Leidenschaft leben konnte. In diesem Hörsaal an diesem Morgen war ich mehr wegen einer Schulfreundin als aus eigenem Interesse – ich hatte mich bereits für ein Studium der Germanistik entschieden – als die Dozentin mit der Vorstellung des Faches begann: „Guten Morgen und Willkommen in der Ethnologie! Wenn Sie die Absicht haben viel Geld zu verdienen, dann finden Sie die BWLer nebenan. Hier bei uns ist nichts zu holen außer Erkenntnis!“

Ich war begeistert. Die Leidenschaft der noch jungen Frau da unten, die von ihrer eigenen Forschung in Indonesien berichtete, steckte mich an. Ethnologie wurde mein Hauptfach! Als Nebenfächer wählte ich Germanistik, um meine Leidenschaft zum geschriebenen Wort und zur Literatur zu stillen, und Kunstgeschichte, da mich Bilder ungemein begeistern konnten. Meine Leidenschaft für die Ethnologie, auch wenn ich selber noch keine Forschungsreisen unternommen habe, ist bis heute geblieben. Die für Germanistik hielt nur drei Semester. Nicht, weil mir die Leidenschaft ausging, nein, es waren die Kurse in generativer Sprachwissenschaft, die mir jeden Text madig machten. Ich schätze die Grammatik wirklich sehr!!! Aber wenn man wie mit einem Vorschlaghammer solange auf die einzelnen Wörter haut, bis sie sich in ihre einzelnen Buchstaben zerlegen, damit man deren Sinn und Zweck im Wort unter das Mikroskop legen kann, Entschuldigung, aber das nimmt jedem Text das Gefühl. Kunstgeschichte wurde mein zweites Hauptfach. Heute vereine ich als Kunstethnologin beide Fächer mit ungebändigtem Wissensdrang.

Kulturtourismus

Kulturtourismus, ein neuer Blickwinkel

Nach dem Studium in den Beruf zu kommen ist gar nicht so einfach! Die Welt hat dann eben doch nicht genau auf MICH gewartet. Ich beschloss, mir etwas mehr praktisches Wissen anzueignen und ging für acht Monate nach Ostfriesland, um Fachreferentin für Kulturtourismus und -marketing zu werden. Zunächst lernte ich in einem Tourismusbetrieb etwas über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und war begeistert davon, endlich wieder ausgiebig schreiben zu können. Ich liebe es zu schreiben! Bereits als Kind hatte ich lieber mit Papier und Stift gespielt als mit Puppen, jetzt konnte ich diese Leidenschaft auch im Beruf ausleben (privat tat ich das schon lange). Danach lernte ich in der Kunsthalle in Emden (die ich bis heute noch mit Begeisterung besuche) etwas über Marketing. Wieder zu Hause begann ich in der städtischen Marketinggesellschaft die Bereiche Kultur und Tourismus im Marketing zu unterstützen. In den folgenden Jahren machte ich Pressearbeit, Grafikarbeiten, strukturierte die Webseite neu und schließlich kramte ich meine alten Wirtschaftskenntnisse wieder heraus, als ich in den Bereich der Administrative aufrückte und Assistentin der Geschäftsführung wurde. Nun waren meine Zeiten in BWL schon etwas länger her und zugegeben etwas eingerostet. Also beschloss ich diese mit einem berufsbegleitendem Wirtschaftswissenschaftstudium aufzupolieren. Ich hielt ganze sechs Semester durch!

Back to the roots

Back to the roots – das eine können, aber das andere nicht lassen

2014 keimte das erste Mal in mir der Wunsch, dass in meiner Magisterarbeit begonnene Thema Authentizität in der modernen indianischen Malerei“ noch einmal aufzugreifen und ausführlicher zu behandeln. Ich hatte in diesem Bereich noch nicht alles gesagt, was ich zu sagen hatte, also startete ich 2015 nebenberuflich in meine Doktorarbeit. Auf der einen Seite fehlte mir die Wissenschaft, auf der anderen Seite wollte ich aber auch meine neuen „Spielplätze“ – Marketing und Kulturtourismus – nicht aufgeben. Tja und so kam ich dann letztendlich dahin, wo ich heute bin: als freie Kulturreferentin bündele ich nun mein Fachwissen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kulturtourismus, Marketing und nicht zuletzt auch meine Leidenschaft für Texte zu einem Gesamtpaket, mit dem ich verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung stehe. Mein persönliches Abenteuer! Kommen Sie doch mit und begleiten Sie mich oder werden Sie selbst ein Teil davon.